Warum wir mehr good news brauchen

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Good News Rubrik aus der „Neon“

Lange haben Redakteure und Reporter ihre Themen nach dem Motto „Only bad news are good news“ oder „If it bleeds, it leadsausgewählt. Blut, Tränen und Schmerz gewannen in Themenkonferenzen, vor allem – aber nicht nur – im Boulevardjournalismus. Positive Nachrichten wurden als soft news abgetan und als erstes weggekürzt.

Die LeserInnen scheinen genug davon zu haben, dass die JournalistInnen ihnen das Leid der Welt zumuten und sie dann damit alleine lassen. Schon 2015 ergab eine Forsa-Umfrage, dass die Hälfte der Befragten die deutschen Fernsehnachrichten als zu negativ empfinden. Sie machen Angst und schlechte Laune. Denn: Wer immer nur Schreckliches sieht und liest, glaubt irgendwann, alles ist schlimm. 80 Prozent wünschten sich schon vor zwei Jahren, dass nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsansätze gezeigt werden. Doch nur langsam scheint das in den Redaktionen anzukommen.

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Warum der Facebook-Safety-Check eine perfide Farce ist

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Als Berlinerin bekam ich gestern Abend, nach dem Anschlag mit einem Lkw auf einen Weihnachtsmarkt, viele Nachrichten, Anrufe und Fragen von Freunden aus dem ganzen Land, ob es mir gut geht. Es war schön, zu wissen, dass sich mein Umfeld um mich sorgt. Facebook stellt dafür die Funktion „Safety Check“ zur Verfügung, die ich – anders als wirklich besorgte Nachfragen – für unangebracht und perfide halte:

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Content ist eine arme Sau

In dieser Woche teilten viele meiner Kollegen die Folge von „Last Week Tonight“ mit John Oliver über Journalismus. Der Moderator der Satiresendung beklagt darin den Zustand der amerikanischen Zeitungsindustrie und wirft seinen Zuschauern vor, an der Misere Mitschuld zu sein, weil sie für Journalismus kein Geld ausgeben wollen. „Ihr bringt uns um“, ruft er in dem Beitrag.

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Über das Reisen

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Warum verreist ihr für 6 Monate? Könnt ihr euch das überhaupt leisten? Habt ihr keine Angst in Indien und im Iran? Wer sich aufmacht und seinen Lebensmittelpunkt für eine Weile ins Jeden-Tag-woanders verlegt, wird mit vielen Fragen, Verwunderung und sehnsüchtigen Blicken konfrontiert. Fünf Antworten. Weiterlesen

Hit the road (hard!)

Zug Eva

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während die einen vor einer langen Reise Abenteuerlust sammeln, sammle ich vor einer Reise Ängste. Was, wenn das Flugzeug abstürzt, wenn ich gekidnappt oder von einer Malaria-Mücke gestochen werde? Kaum am Ziel angekommen, sind diese unkonkreten Ängste wieder auf dem Weg nach Hause (wo sie bis zur nächsten Reise auf mich warten) und konkrete Ängste vor Ort lösen sie ab. Schnell wird klar: Das wahrscheinlich gefährlichste auf einer Reise durch Indien ist der Straßenverkehr. Wenn ich den überlebe, bin ich meinem 33. Geburtstag ein Stück näher gekommen.

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Geht’s noch, Herr Schubert von der SZ?

Kürzlich habe ich einen Kommentar mit dem Titel „Hippe Besseressies“ in dem Münchenteil der Süddeutschen Zeitung gelesen. Wenn sich der Leser aufregt, heißt es im Journalismus, ist alles gut, dann reagiert er wenigstens emotional auf das Produkt. Besser als gar nicht. Die SZ ist eine Zeitung nah an meinem Herzen, aber was der Autor Andreas Schubert da produziert hat, ist einfach nur Panne. Weiterlesen